Mit dem E-Bike durch Deutschland


Original veröffentlich im Darmstädter Echo vom 01. Juli 2015 - Bericht von Claudia Stehle.
siehe http://www.echo-online.de/region/darmstadt-dieburg/pfungstadt/Mit-dem-E-Bike-durch-Deutschland;art1297,6355473

Das Pfungstädter Ehepaar Karin und Fred Nitsche hat Deutschland von seinem nördlichsten Punkt in List auf Sylt bis zum südlichsten Zipfel bei Oberstdorf auf dem Rad durchquert. Innerhalb von drei Wochen legten sie 1750 Kilometer zurück.

„Die Idee zu der Tour kam uns, als wir bei einem Ur­laub einen Pros­pekt sahen über die vier deutschen ,Zipf­el­orte‘, zu denen von West nach Ost auch Self­kant und Gör­litz ge­hör­en“, erzählt Karin Nitsche.

Das Ehepaar mit seinen 65 und 67 Jahren ist sehr sport­lich, früher gehörten die Teilnahme an Tri­ath­lons und aus­ge­dehn­te Rad­tour­en zum fes­ten Pro­gramm der be­geis­ter­ten Rad­ler.

Ihr sportlicher Ehrgeiz er­hielt in den zu­rück­lie­gen­den Jah­r­en all­er­dings durch Krank­hei­ten ei­nen Dämpf­er,

doch vor zwei Jah­ren be­gan­nen sie wie­der, mit Rä­dern sport­lich un­ter­wegs zu sein, leg­ten da­bei auch wie­der Strecken von ins­gesamt 1000 Kilo­me­ter zu­rück.

Inzwischen sind sie auf E-Bi­kes umgestiegen. „So ein E-Bike ist ein em­pfeh­lens­wer­tes Fort­be­weg­ungs­mit­tel für Men­sch­en im Sen­ior­en­al­ter“, sagen sie aus Überzeugung.

Trotz des Elektroantriebs ihrer Räder mussten sie in den zu­rückliegenden Wochen seit ihr­em Start am 27. Mai sport­lich in die Pedale treten – bei Tagesetappen von durch­schnitt­lich 80 Kilometer.


Wieder daheim sind Karin und Fred Nitsche. Mit ihren E-Bikes haben sie ganz Deutschland von Nord nach Süd durchquert. Foto: Claus Völker

Bei der längsten Etappe fuhren sie sogar 95 Kilometer an einem Tag. „Die Belastung ist eigentlich ähnlich wie bei einem her­kömm­lichen Rennrad, aber wir sind mit den E-Bikes einen Tick schneller“, erzählen die beiden nach der Rückkehr.

Zum Start sind sie auf die Insel Sylt mit dem Zug gefahren und so nach Abschluss der Tour auch wieder nach Pfungstadt zurück gekehrt. „Eigentlich hatten wir auf der gesamten Fahrt mit Ausnahme von zwei Tagen gutes Wetter“, erzählen sie.

Besonders heftig war anfangs in den ersten Tagen nach dem Start in List ein Sturm in Norddeutschland. Auch die letzte Etappe von Krugzell nach Oberstdorf ist den beiden in schlechter Erinnerung wegen des strömenden Regens, durch den sie fahren mussten, um ihren Südzipfel der Deutschlandtour zu erreichen. „Die Zimmerwirtin guckte auch ganz erschrocken, als wir tropfnass und schmutzig vom aufgeweichten Radweg vor ihrer Tür standen“, sagt Fred Nitsche.

Rund ein Vierteljahr lang dauerten die Vorbereitungen auf die Fahrt, bei der nicht nur die einzelnen Etappen genau geplant, sondern auch die Quartiere ausgewählt wurden.

Sie haben dabei häufig „Bed & Bike“-Angebote ausgewählt, haben aber auch in kleinen Landgasthöfen oder in Stadthotels übernachtet. „Wir hatten dabei auch ganz besonders tolle Quartiere, zum Beispiel in historischen Fachwerkhäusern wie im Pastoriushaus in Bad Windsheim gefunden“, schwärmen die beiden. Sie haben ihre Strecken vor allem entsprechend den ausgebauten Fahrradwegen geplant, etwa entlang der Elbe, Leine, Werra oder Aisch, sowie entlang der Romantischen Straße, dem Donau- und dem Illerradweg.

Regionale Küche am ABend

Neben dem Frühstück morgens im Quartier bestand die Verpflegung während der Radfahrt vorwiegend aus frischem Obst, häufig an Ständen entlang der Route gekauft. Abends gab es dann Spezialitäten aus der jeweiligen Regionalküche. „Besonders lecker waren die Fischgerichte aus der norddeutschen Küche, aber auch die Maultaschen in Schwaben haben uns gut geschmeckt“, erinnern sie sich.

Wie die Küche der Regionen loben die beiden auch die Sehenswürdigkeiten, die vielen schönen Städte, die Schlösser, Kirchen und Klöster, die sie unterwegs besichtigt haben. „Deutschland ist wirklich eine Reise wert“, lautet ihr Fazit nach 1750 Kilometern – ohne Muskelkater und ohne Probleme mit den Rädern.

„Als nächstes wollen wir die Zipfelroute von West in Selfkant nach Ost in Görlitz befahren“, berichten Karin und Fred Nitsche von ihren Plänen. Allerdings ist diese Strecke dann mit rund 900 Kilometer wesentlich kürzer.


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